Ändern sich beim Relaunch die URLs deiner Website, können alte Links ins Leere führen. Eine Weiterleitung schickt Besucher von der alten zur neuen Adresse. Sie hilft auch Google, den Umzug einer Seite zu erkennen. Deshalb gehört die Planung der Weiterleitungen früh zum Relaunch.
Rankings lassen sich damit aber nicht sichern.
Google prüft auch, was auf der neuen Seite steht. Fehlen dort bisherige Inhalte, kann sich das auf die Suche auswirken. Plane SEO beim Website-Relaunch deshalb nicht nur als technische Aufgabe. Prüfe auch, ob die neuen Seiten noch die Fragen deiner Kunden beantworten.
Alte URLs vor dem Relaunch erfassen
Erstelle zunächst eine Liste der URLs deiner bisherigen Website. Nutze dafür einen Crawl, also einen Scan der erreichbaren Seiten. Ergänze die Liste um die URLs aus deiner XML-Sitemap. Diese Datei nennt Suchmaschinen die Seiten, die du für die Suche vorgesehen hast.
Eine Quelle allein kann Seiten übersehen.
Ein Crawl findet vor allem Seiten, zu denen Links führen. Die Sitemap kann dagegen alte Einträge enthalten oder Seiten auslassen. Gleiche die Liste deshalb auch mit der Google Search Console ab. Dort findest du Daten zu Seiten, die in der Google-Suche erschienen sind.
Nutze außerdem die Daten deines Analysewerkzeugs, soweit sie vorliegen. Sie zeigen dir, über welche Seiten Besucher auf die Website kommen. Prüfe auch bekannte Links von anderen Websites. Denn diese Links kannst du beim Relaunch meist nicht selbst ändern.
Halte zu jeder alten URL fest, was mit ihr geschehen soll. Bleibt die Seite unter derselben Adresse, braucht sie keine Weiterleitung. Zieht sie um, notierst du das neue Ziel. So kann die Entwicklung mit einer klaren Liste arbeiten.
Das neue Ziel muss zum alten Inhalt passen
Wähle für jede alte URL die neue Seite mit dem passenden Inhalt. Achte dabei auf die Frage, die ein Besucher dort klären will. Ein ähnlicher Name im Menü reicht dafür nicht aus. Prüfe deshalb den Text der neuen Seite, bevor du das Ziel freigibst.
Die Startseite ist kein pauschaler Ersatz.
Wer einem Link zu einem bestimmten Inhalt folgt, erwartet diesen Inhalt. Eine allgemeine Startseite erfüllt diese Erwartung oft nicht. Google kann eine solche Weiterleitung zudem als Hinweis auf fehlenden Inhalt werten. Leite alte URLs deshalb nicht pauschal auf die Startseite um.
Fasst du bisherige Seiten zusammen, prüfe die neue Seite besonders genau. Sie sollte die wesentlichen Fragen der alten Seiten weiter beantworten. Fehlen diese Antworten, ändert sich mehr als die Adresse. Dann kann auch eine technisch korrekte Weiterleitung den entfernten Inhalt nicht ersetzen.
Gibt es keinen passenden Ersatz, kann eine Fehlerseite sinnvoll sein. Der Server muss dabei melden, dass der Inhalt fehlt. Nur einen Fehlertext auf der Seite anzuzeigen, reicht technisch nicht. Lass deshalb auch die Antwort prüfen, die der Server an den Browser sendet.
Die Zuordnung für das Team klar festhalten
Führe alle Entscheidungen in einer gemeinsamen Liste zusammen. So arbeiten die Personen für Inhalt und Technik mit demselben Stand. Eine Änderung am Ziel muss auch in dieser Liste stehen. Sonst kann die Entwicklung eine Zuordnung nutzen, die nicht mehr stimmt.
Die Liste sollte folgende Angaben enthalten:
- Die bisherige URL mit einer kurzen Angabe zum Inhalt
- Die Entscheidung, ob die Seite bleibt, umzieht oder entfällt
- Die neue Ziel-URL, falls die Seite umzieht
- Die Person, die das Ziel geprüft und freigegeben hat
Trenne dabei die fachliche Freigabe von der technischen Prüfung. Wer das Angebot kennt, prüft den Inhalt der Zielseite. Die Entwicklung prüft dagegen, ob die Weiterleitung wie geplant funktioniert. Beide Prüfungen müssen sich auf dieselbe Zuordnung beziehen.
Alte URLs direkt zur neuen Seite leiten
Nutze bei einem festen Umzug eine dauerhafte Weiterleitung auf dem Server. Damit verweist der Server direkt auf die neue Adresse. Eine nur zeitweise gültige Weiterleitung passt dagegen nicht zu einem endgültigen Wechsel. Lass die gewählte Art deshalb vor dem Start prüfen.
Jede alte URL sollte direkt zum endgültigen Ziel führen. Prüfe dafür auch die Weiterleitungen, die es schon gibt. Deren Ziele können sich beim Relaunch erneut ändern. Passe die alten Regeln dann an, statt weitere Umwege zu erzeugen.
Achte außerdem auf Regeln, die für die ganze Website gelten. Eine Regel für die Domain kann dieselbe URL betreffen wie eine einzelne Weiterleitung. Solche Regeln müssen zusammenpassen, damit sie sich nicht gegenseitig stören. Sonst kann der Browser zwischen Adressen wechseln, ohne eine Seite zu erreichen.
Ein Browser-Test allein reicht dafür nicht.
Nutze ein Werkzeug, das die Antworten des Servers zeigt. Damit erkennst du auch Umwege, die im Browser kaum auffallen. Prüfe anschließend, ob die Zielseite lädt und den richtigen Inhalt zeigt. Eine technisch erreichbare Seite ist nicht automatisch das passende Ziel.
Links auf der Website anpassen
Ändere interne Links so, dass sie direkt zur neuen Seite führen. Das gilt auch dann, wenn die alte URL korrekt weiterleitet. Dadurch vermeidest du unnötige Umwege beim Aufruf. Zugleich bleibt klar, welche Adresse aktuell ist.
Passe außerdem die XML-Sitemap an die neuen URLs an. Sie sollte keine alten Adressen enthalten, die nur noch weiterleiten. Prüfe auch die Canonical-Angabe jeder neuen Seite. Diese Angabe nennt Google die bevorzugte Adresse für den jeweiligen Inhalt.
Eine falsche Canonical-Angabe kann auf die alte URL verweisen. Sie kann auch noch eine Adresse der Testumgebung nennen. Prüfe deshalb, ob die Angabe zum geplanten Ziel passt. Die neue Seite sollte Google keine widersprüchlichen Hinweise geben.
Vor und nach dem Start prüfen
Teste die Regeln vor dem Start, soweit die Testumgebung das erlaubt. Prüfe sie danach erneut auf der echten Website. Denn dort kann der Server anders eingestellt sein. Ein erfolgreicher Test vor dem Start ersetzt diese Kontrolle daher nicht.
Achte beim Start auch auf Sperren aus der Testphase. Ein Zugriffsschutz kann verhindern, dass Google die neue Seite erreicht. Eine Indexierungssperre kann dagegen die Aufnahme in die Suche verhindern. Entferne solche Sperren dort, wo die Seiten in der Suche erscheinen sollen.
Falls neue Seiten fehlen, prüfe zunächst deren Status in der Search Console. Trenne dabei Probleme beim Abruf von Fragen zum Inhalt. Mehr dazu steht im Beitrag Neue Website-Seiten, aber bei Google nicht sichtbar.
Halte jeden gefundenen Fehler mit der betroffenen URL fest. Nenne außerdem das erwartete Ziel, damit die Entwicklung gezielt prüfen kann. Kontrolliere nach der Korrektur erneut, ob der Fehler behoben ist. So bleibt kein Eintrag nur deshalb erledigt, weil jemand die Regel geändert hat.
Häufig gestellte Fragen
Braucht jede Seite beim Website-Relaunch eine Weiterleitung?
Eine Seite braucht eine Weiterleitung, wenn ihre URL wechselt und ein passendes neues Ziel besteht. Bleibt die Adresse gleich, ist wegen des Relaunchs keine Weiterleitung nötig. Prüfe deshalb zuerst, welche URLs sich tatsächlich ändern.
Kann ich alle alten URLs auf die Startseite weiterleiten?
Eine pauschale Weiterleitung auf die Startseite ist meist ungeeignet. Besucher suchen den Inhalt der alten Seite und finden ihn dort oft nicht. Wähle deshalb ein Ziel, das die bisherige Frage beantwortet.
Wie lange sollten Weiterleitungen nach dem Relaunch bestehen bleiben?
Dauerhafte Weiterleitungen sollten grundsätzlich langfristig bestehen bleiben. Alte Links können weiterhin Besucher auf deine Website bringen. Entferne die Regeln deshalb nicht allein, weil der Relaunch intern als erledigt gilt.
Können Weiterleitungen einen Rankingverlust verhindern?
Weiterleitungen schließen einen Verlust von Rankings nicht aus. Sie helfen Google beim Zuordnen der URLs, ersetzen aber keine passenden Inhalte. Prüfe deshalb auch, ob die neue Seite erreichbar ist und in die Suche aufgenommen werden darf.
Was passiert mit alten Seiten ohne passenden Ersatz?
Eine alte Seite ohne passenden Ersatz kann eine korrekt ausgelieferte Fehlerseite erhalten. Der Server muss dabei melden, dass der Inhalt fehlt. Prüfe zuvor aber, ob deine Kunden den bisherigen Inhalt weiterhin brauchen.
RELAUNCH PLANEN
Alte URLs klar den neuen Seiten zuordnen
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